Hochwasser DresdenPegel Dresden · Messung und Vorhersage
Pegel Dresden67 cm→ gleichbleibendHöchstwert Vorhersageheute, 30.10., 14:00 Uhr61 cmAlarmstufe 1 (Richtwert)ab 400 cm – noch 333 cmStand 12:15 Uhr

Ratgeber · Grundlagen

Alarmstufen der Elbe in Dresden: 400 bis 700 cm erklärt

Alarmstufe 1 bis 4 am Pegel Dresden: Richtwerte, Merkmale, wer sie ausruft und welche Orte laut Modell der Stadt bei welchem Wert betroffen sein können.

4 Min. LesezeitAktualisiert 30.10.20268 Quellen

Elbwiese in der Inneren NeustadtBildnachweis: Foto: Albrecht Voß · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
Elbwiese in der Inneren Neustadt

„Alarmstufe 3 an der Elbe“ – solche Meldungen hört man in Dresden bei jedem größeren Hochwasser. Hinter den vier Stufen steckt ein festes System des Freistaats Sachsen. Dieser Beitrag erklärt die Richtwerte am Pegel Dresden, was die Stadt je Stufe beschreibt und warum ein erreichter Richtwert noch keine ausgerufene Alarmstufe ist.

Live · Pegel Dresden

67 cm

→ gleichbleibend (±0 cm in 30 Min.)

Vorhersage-Höchststand heute, 30.10., 14:00 Uhr: 61 cm

Stand 30.10.2026, 12:15 Uhr · Zum Live-Pegel

Die Richtwerte am Pegel Dresden

Für den Hochwassermeldepegel Dresden an der Augustusbrücke gelten laut Umweltatlas der Stadt (Karte 4.18) diese Richtwasserstände:

  • Alarmstufe 1 – Meldedienst: 400 cm
  • Alarmstufe 2 – Kontrolldienst: 500 cm
  • Alarmstufe 3 – Wachdienst: 600 cm
  • Alarmstufe 4 – Hochwasserabwehr: 700 cm

Sie gelten für den Elbstrom auf dem Gebiet der Landeshauptstadt Dresden bis Meißen. Festgelegt hat sie das Landeshochwasserzentrum Sachsen (LHWZ). Grundlage sind laut Umweltatlas das Sächsische Wassergesetz, die Verordnung über den Hochwassernachrichten- und Alarmdienst (HWNAVO) vom 29. September 2015 und die Hochwassermeldeordnung vom 12. Oktober 2015.

Richtwert erreicht heißt nicht: Alarmstufe ausgerufen

Das ist der wichtigste Punkt. Die Richtwerte sind so bestimmt, dass bei ihrem Erreichen bestimmte Gefahrensituationen kennzeichnend sind. In Kraft setzt eine Alarmstufe aber erst eine Behörde: Die Ausrufung erfolgt laut Umweltatlas „flussabschnittsweise durch die zuständige untere Wasserbehörde“. Sie kann sich nach der Lage richten.

Ein Beispiel aus dem Juni 2013: Laut Bericht der Stadt hat das Umweltamt die Alarmstufen 2, 3 und 4 aufgrund seiner eigenen Einschätzung „etwa einen Tag früher ausgerufen, als es auf der Basis der offiziellen Werte erfolgt wäre“. Das verschaffte Wasserwehr, Bürgern und Unternehmen zusätzliche Vorbereitungszeit.

Was die Stadt je Stufe beschreibt

Die Stadt Dresden nennt auf ihrer Seite „Pegelstände und Alarmstufen“ für jede Stufe Merkmale und Maßnahmen der Behörden. Die Merkmale lauten wörtlich:

Alarmstufe 1 – Meldedienst (400 cm): „Beginn von Ausuferungen“. Die Behörden beobachten ständig Wetter und Wasserstände und prüfen Meldewege und Einsatzbereitschaft.

Alarmstufe 2 – Kontrolldienst (500 cm): „Überschwemmung land- und forstwirtschaftlicher Flächen und einzeln stehender Gebäude; leichte Verkehrsbehinderung auf Straßen; Sperrung einzelner Wege notwendig“. Gewässer, Schutzanlagen und gefährdete Bauwerke werden kontrolliert, Einsatzkräfte alarmiert, erste Abwehrmaßnahmen beginnen.

Alarmstufe 3 – Wachdienst (600 cm): „Überschwemmung von Teilen zusammenhängender Bebauung, überörtlicher Straßen und Schienenwege“. Die aktive Hochwasserbekämpfung wird vorbereitet, Wachdienst auf den Deichen, Einsatzstäbe an Schwerpunkten, Schutzmaterial wird an bekannte Gefahrenstellen gebracht.

Alarmstufe 4 – Hochwasserabwehr (700 cm): „Überschwemmung größerer bebauter Gebiete mit sehr hohen Schäden; unmittelbare Gefährdung für Mensch und Tier“. Jetzt geht es um die aktive Bekämpfung von Gefahren für Leben, Gesundheit, Versorgung und bedeutende Sachwerte.

Die Stufen bauen aufeinander auf: Stufe 2 gilt laut Stadt „zusätzlich zu Alarmstufe 1“, Stufe 4 zusätzlich zu den Stufen 1 bis 3. Für die Elbbrücken ergeben sich bei den Richtwerten der Alarmstufen 1 bis 4 laut Umweltatlas keine Einschränkungen der Befahrbarkeit.

Welche Orte laut Modell bei welchem Richtwert betroffen sein können

Die Stadt Dresden hat berechnet, welche Flächen bei welchem Pegelstand potenziell überschwemmt werden können. Für die Orte auf dieser Website ergibt sich daraus, jeweils ohne Schutzmaßnahmen gerechnet:

Das Terrassenufer um 1900Bildnachweis: Foto: Unknown authorUnknown author · Public domain · Wikimedia Commons

Altstadt

Terrassenufer

Unauffällig
jetzt 67Spitze 61 14:00

439 cm unter der Schwelle

Wichtig: Das Modell rechnet ohne operative Hochwasserabwehr wie Sandsäcke und zeigt, wohin das Wasser kommen kann – nicht, wo es im Ernstfall tatsächlich steht. Wie du die Karten liest, steht im Beitrag Überschwemmungskarten der Stadt Dresden.

Alarmstufen an anderen Pegeln

Jeder Hochwassermeldepegel hat eigene Richtwerte. Einige, die für Dresden wichtig sind:

  • Elbe, Pegel Schöna an der Grenze zu Tschechien: Alarmstufe 3 ab 600 cm, Alarmstufe 4 ab 750 cm (LHWZ, September 2024).
  • Vereinigte Weißeritz, Pegel Hainsberg 6: 1,90 / 2,20 / 2,50 / 2,80 m (Bürgerinformation der Stadt, Januar 2026).
  • Lockwitzbach, Pegel Kreischa: 0,60 / 0,80 / 1,20 / 1,60 m (ebenda).

Weißeritz und Lockwitzbach reagieren auf Starkregen im Erzgebirge viel schneller als die Elbe. Im August 2002 traten sie in der Nacht vom 12. zum 13. August über die Ufer, die Elbe erreichte ihren Höchststand erst am 17. August.

Zwei Beispiele: 2013 und 2024

Juni 2013. Der Bericht der Stadt nennt für die Elbe diese Zeitpunkte: 4,00 m am 31.05.2013 um 20:00 Uhr (Meldedienst), 5,00 m am 01.06. um 24:00 Uhr (Kontrolldienst), 6,00 m am 02.06. um 21:30 Uhr (Wachdienst) und 7,00 m am 03.06. um 20:30 Uhr (Hochwasserabwehr). Der Katastrophenalarm wurde schon am 3. Juni um 11 Uhr ausgerufen, bei einem Stand von 6,63 m.

September 2024. Laut Landeshochwasserzentrum überschritt der Pegel Dresden am Abend des 15. September den Richtwert der Alarmstufe 2 und am Morgen des 18. September den Richtwert der Alarmstufe 3. Am 14. September hatte das LHWZ noch geschrieben, ein Erreichen der Alarmstufe 4 könne „derzeit nicht ausgeschlossen werden“. Ab dem 17. September hieß es dann, die Richtwerte der Alarmstufe 4 würden an keinem sächsischen Elbepegel erreicht. So kam es auch.

Was du tun kannst

Laut Umweltatlas hat sich jeder, sobald Hochwasseralarm ausgerufen wurde, „selbständig über die weitere Entwicklung zu informieren“. Was das konkret heißt – Telefonnummern, Keller, Auto, Heizung –, steht im Beitrag Verhalten bei Hochwasser in Dresden. Wenn du nicht ständig nachsehen willst, kannst du dich für einzelne Orte benachrichtigen lassen.

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Häufige Fragen

Ab welchem Pegel gilt in Dresden Alarmstufe 1?

Der Richtwert der Alarmstufe 1 liegt am Pegel Dresden bei 400 cm, Alarmstufe 2 bei 500 cm, Alarmstufe 3 bei 600 cm und Alarmstufe 4 bei 700 cm. In Kraft ist eine Alarmstufe erst, wenn die zuständige untere Wasserbehörde sie ausruft.

Wer ruft die Alarmstufen in Dresden aus?

Laut Umweltatlas der Stadt die zuständige untere Wasserbehörde, flussabschnittsweise. Die Richtwerte hat das Landeshochwasserzentrum Sachsen festgelegt.

Was passiert bei Alarmstufe 4 in Dresden?

Die Stadt nennt als Merkmal: „Überschwemmung größerer bebauter Gebiete mit sehr hohen Schäden; unmittelbare Gefährdung für Mensch und Tier“. Die Behörden bekämpfen aktiv Gefahren für Leben, Gesundheit, Versorgung und bedeutende Sachwerte.

Wurde 2024 in Dresden Alarmstufe 4 erreicht?

Nein. Laut Landeshochwasserzentrum überschritt der Pegel Dresden am 18.09.2024 den Richtwert der Alarmstufe 3 (600 cm). Den Richtwert der Alarmstufe 4 (700 cm) erreichte er nicht.

Quellen

Die Darstellung dient der Information. Bei Hochwasser- und Gefahrenlagen gelten die Warnungen und Anweisungen der zuständigen Behörden.

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