Hochwasser DresdenPegel Dresden · Messung und Vorhersage
Pegel Dresden67 cm→ gleichbleibendHöchstwert Vorhersageheute, 30.10., 14:00 Uhr61 cmAlarmstufe 1 (Richtwert)ab 400 cm – noch 333 cmStand 12:15 Uhr

Ratgeber · Grundlagen

Überschwemmungskarten Dresden richtig lesen

Wie die Karten der Stadt Dresden für 4,00 bis 10,50 m Elbpegel entstehen, was sie zeigen, wo ihre Grenzen liegen und wie diese Website sie nutzt.

4 Min. LesezeitAktualisiert 30.10.20264 Quellen

Ist meine Straße bei 7 Metern Elbpegel betroffen? Für diese Frage hat die Stadt Dresden ein Werkzeug, um das sie viele Städte beneiden: Karten der potenziell überschwemmten Flächen für Wasserstände von 4,00 bis 10,50 m am Pegel Dresden, in Schritten von 50 Zentimetern. Auch die Ortsangaben auf dieser Website stammen daraus. Dieser Beitrag erklärt, wie die Karten entstehen, wie du sie liest und was sie nicht können.

Live · Pegel Dresden

67 cm

→ gleichbleibend (±0 cm in 30 Min.)

Vorhersage-Höchststand heute, 30.10., 14:00 Uhr: 61 cm

Stand 30.10.2026, 12:15 Uhr · Zum Live-Pegel

Woher die Karten kommen

Die Karten sind das Ergebnis einer Computersimulation. Seit 2002 wird laut Umweltatlas der Stadt (Karte 4.38) ein zweidimensionales hydrodynamisch-numerisches Modell der Elbe aufgebaut und weiterentwickelt – zuerst vom Institut für Wasserbau und Technische Hydromechanik der TU Dresden, später von der Technischen Hochschule Nürnberg. Grundlage der heutigen Karten ist eine Simulation aus dem Jahr 2017 für den Abschnitt von Elbe-Kilometer 30 bis 85.

Bei dieser Aktualisierung wurden laut Umweltatlas unter anderem aufgenommen:

  • der Deichneubau in Stetzsch, Gohlis und Cossebaude,
  • die Hochwasserschutzlinie nördlich der Flutrinne Kaditz,
  • der damals noch mobile Hochwasserschutz für die Kläranlage Kaditz,
  • die Rückstaubereiche von Nebengewässern wie Graupaer Bach, Prießnitz, Zschonergrundbach und Blasewitz-Grunaer Landgraben.

Neben der Ausdehnung der Flächen liefert das Modell Wasserspiegelhöhen, Wassertiefen und Fließgeschwindigkeiten.

So findest du deine Adresse

Die Stadt bietet die Karten an zwei Stellen an:

Im Themenstadtplan. Unter „Themen“, „Umwelt“, „Hochwasser & Starkregen“ den Haken bei „Elbe – potentiell überschwemmte Flächen (Modell 2017)“ setzen, dann im Feld „Straße/Adresse suchen“ die Adresse eingeben. Bei Auswahl eines Pegelstands siehst du, ob die Fläche dabei überschwemmt werden kann.

Im 3D-Stadtmodell. Hier zeigt ein Klick auf einen Punkt in der Fläche zusätzlich Wasserspiegellage, Wassertiefe und Fließgeschwindigkeit. Außerdem sind Hochwasserschutzanlagen, Hochwassermarken und ein Link zum aktuellen Wasserstand beim Landeshochwasserzentrum abrufbar.

Pegelstand und Jährlichkeit

Zu den Karten gehören auch Flächen für bestimmte Jährlichkeiten. Ein Hochwasser mit einem Wiederkehrintervall von 100 Jahren (HQ100) wird im Mittel einmal in 100 Jahren erreicht oder überschritten. Der Umweltatlas nennt dafür nach dem Hochwasserschutzkonzept 2004 diese Wasserstände am Pegel Dresden:

  • HQ2: 560 cm · HQ5: 685 cm · HQ10: 754 cm · HQ20: 811 cm
  • HQ50: 878 cm · HQ100: 924 cm · HQ200: 965 cm · HQ500: 1014 cm

Der Umweltatlas warnt aber selbst: Diese Statistik erlaube „keine Aussage über das reale Eintreten von Hochwasser“. In der gesamten zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entsprach das größte Elbehochwasser in Dresden etwa einem HQ5 (1954). In den ersten 13 Jahren des 21. Jahrhunderts folgten dann 2002 ein Hochwasser mit einem Abfluss größer HQ100, 2013 eines zwischen HQ50 und HQ100 und 2006 eines um HQ10.

Und die Obergrenze? 1050 cm stellen laut Umweltatlas nach heutigem Kenntnisstand in etwa das größte Elbe-Hochwasser dar, das Dresden treffen kann – dann, wenn Moldau und Obere Elbe gleichzeitig extreme Abflüsse führen.

Was die Karten nicht zeigen

Hier liegt der Teil, den viele überlesen. Laut Umweltatlas wurden bei der Modellierung nicht berücksichtigt:

  • Hochwasser in anderen Flüssen und Bächen zur selben Zeit,
  • das Grundwasser,
  • die Kanalisation,
  • operative Maßnahmen der Hochwasserabwehr wie Sandsack- oder Big-Bag-Verbaue.

Außerdem wurde jeweils ein stationärer Zustand gerechnet, also ein lang anhaltender, gleichbleibender Wasserstand. Ein echtes Hochwasser steigt und fällt. Die Flächen wurden für einen Maßstab von etwa 1 : 10 000 abgeleitet. Für Aussagen zu einzelnen Gebäuden sind sie zu grob; bei etwa 1 : 2 000 ist laut Umweltatlas mit Ungenauigkeiten zu rechnen.

Was 2013 gelehrt hat

Dass Modell und Wirklichkeit auseinanderliegen können, hat Dresden 2013 erlebt. Damals arbeitete die Stadt mit einem älteren Modell von 2008. Laut Bericht der Stadt lagen die tatsächlichen Wasserstände ab etwa 800 cm am Pegel Dresden in Teilen der Stadt deutlich höher als berechnet:

  • in Cossebaude etwa 40 bis 50 cm,
  • um die „Übigauer Insel“ etwa 25 bis 40 cm, um die Ostrainsel 20 bis 30 cm,
  • zwischen Waldschlößchenbrücke und Blauem Wunder 10 bis 20 cm,
  • zwischen Blauem Wunder und Niedersedlitzer Flutgraben 20 bis 30 cm, um Laubegast 20 bis 40 cm.

Nur zwischen Marienbrücke und Waldschlößchenbrücke lagen die Werte nahe an der Simulation. Danach wurde das Modell aktualisiert, unter anderem mit einer Ereignisanalyse zum Hochwasser 2013. Der Umweltatlas schreibt trotzdem auch über das heutige Modell, dass sich in einem realen Hochwasser „nicht zwangsläufig exakt die gleichen Überschwemmungsflächen einstellen müssen“ – in besonderem Maße bei mehr als 800 cm.

Und die Gefahrenkarten des Landes?

Daneben gibt es Hochwassergefahren- und Hochwasserrisikokarten der Landestalsperrenverwaltung Sachsen für HQ20, HQ50, HQ100 und HQ200 (Stand Juli 2020, HQ100 aktualisiert im Dezember 2021). Weil dort neuere Gelände- und Abflussdaten verwendet wurden, gibt es laut Stadt „geringfügige Unterschiede“ zum Modell 2017. Die Gefahrenkarten zeigen Wassertiefen und Fließgeschwindigkeiten, die Risikokarten Flächennutzungen und besonders gefährdete Objekte.

So nutzt diese Website die Karten

Für jeden Ort auf dieser Website haben wir geprüft, ab welchem Pegelstand er in der Fläche des Modells 2017 liegt. Das ist seine Schwelle. „Erste Teile“ heißt: Ein Teil des Ortes liegt in der Fläche. „Große Teile“ heißt: mindestens die Hälfte der Kartenpunkte des Ortes.

OrtStadtteilSchwelle (Pegel)m NHNStatus jetzt
Flutrinne KaditzKaditz400 cm106,70Unauffällig
Neustädter Elbwiesen am KönigsuferInnere Neustadt400 cm106,70Unauffällig
TerrassenuferAltstadt500 cm107,70Unauffällig
Fährgarten JohannstadtJohannstadt550 cm108,20Unauffällig
Messe DresdenFriedrichstadt600 cm108,70Unauffällig
Schillergarten am Blauen WunderBlasewitz600 cm108,70Unauffällig

Die 6 Orte mit den niedrigsten Schwellen – Schwellen aus geprüften Quellen, je Ort auf der Ortsseite angegeben, Status nach Pegel Dresden. Alle Orte

Das tiefste Beispiel sind die Elbwiesen am Königsufer, die schon ab 400 cm in der Fläche liegen – dort hat die Elbe bei Hochwasser bewusst Platz. Das höchste ist Altkaditz, das erst ab 1000 cm in der Fläche liegt, also über dem bisherigen Höchststand von 940 cm. Trotzdem stand Kaditz 2002 unter Wasser: Damals brach ein Damm an der Washingtonstraße. Ein Dammbruch ist im Modell nicht enthalten. Mehr dazu im Beitrag Hochwasser 2002 in Dresden.

Das Terrassenufer um 1900Bildnachweis: Foto: Unknown authorUnknown author · Public domain · Wikimedia Commons

Altstadt

Terrassenufer

Unauffällig
jetzt 67Spitze 61 14:00

439 cm unter der Schwelle

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Häufige Fragen

Wo finde ich die Hochwasserkarten der Stadt Dresden?

Im Themenstadtplan unter „Themen“, „Umwelt“, „Hochwasser & Starkregen“, Ebene „Elbe – potentiell überschwemmte Flächen (Modell 2017)“, sowie im 3D-Stadtmodell der Stadt. Dort lässt sich die Adresse suchen und der Pegelstand von 400 bis 1050 cm wählen.

Sind die Überschwemmungskarten genau?

Sie sind für einen Maßstab von etwa 1 : 10 000 gedacht und treffen keine Aussage für einzelne Gebäude. Gerechnet wurde ein gleichbleibender Wasserstand ohne Grundwasser, Kanalisation, Nebenflüsse und Sandsackverbaue. Bei mehr als 800 cm können die tatsächlichen Flächen laut Stadt deutlich abweichen.

Welcher Pegel entspricht in Dresden einem hundertjährlichen Hochwasser?

Laut Umweltatlas der Stadt (nach dem Hochwasserschutzkonzept 2004) 924 cm am Pegel Dresden. Das Hochwasser 2002 erreichte 940 cm.

Wie hoch kann die Elbe in Dresden maximal steigen?

Laut Umweltatlas stellen 1050 cm nach heutigem Kenntnisstand in etwa das größte Elbe-Hochwasser dar, das Dresden treffen kann – wenn Moldau und Obere Elbe gleichzeitig extreme Abflüsse führen.

Quellen

Die Darstellung dient der Information. Bei Hochwasser- und Gefahrenlagen gelten die Warnungen und Anweisungen der zuständigen Behörden.

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