Hochwasser bestimmt das Bild der Elbe in Dresden, doch der Fluss kennt auch das andere Extrem. In trockenen Sommern liegen Sandbänke frei, und der Pegel an der Augustusbrücke zeigt Werte, die weit unter dem Mittel liegen. Dieser Beitrag ordnet die Zahlen ein.
Live · Pegel Dresden
67 cm
→ gleichbleibend (±0 cm in 30 Min.)
Vorhersage-Höchststand heute, 30.10., 14:00 Uhr: 61 cm
Stand 30.10.2026, 12:30 Uhr · Zum Live-Pegel
Was ist niedrig in Dresden?
PEGELONLINE führt für den Pegel Dresden drei Kennwerte, mit denen sich Niedrigwasser einordnen lässt:
- MW 156 cm – das Mittel aller Tageswerte der Jahre 2010 bis 2020.
- MNW 67 cm – das Mittel der jährlichen Niedrigwasserstände im selben Zeitraum.
- NNW 21 cm – der niedrigste je gemessene Wasserstand, erreicht am 12.08.1947 und am 15.08.1952.
Fällt die Elbe unter 67 cm, ist sie also niedriger als an einem durchschnittlichen Tiefpunkt eines Jahres. Am 29.10.2026 zum Beispiel stand sie um 17:15 Uhr bei 69 cm, der Abfluss lag bei 103 m³/s. Die Vorhersage des WSA Elbe vom selben Morgen ließ den Pegel bis zum 31.10.2026 auf 60 cm sinken.
Zur Einordnung: Der Pegel misst nicht die Wassertiefe, sondern den Abstand der Wasseroberfläche zum Pegelnullpunkt (102,70 m NHN). Ein Wert von 60 cm heißt nicht, dass die Elbe nur 60 cm tief ist. Mehr dazu im Beitrag Pegel Dresden: Messung, Kennwerte und Vorhersage.
Die niedrigsten Werte seit 2000
Nach den ungeprüften Rohdaten von PEGELONLINE lag der tiefste Wert seit Beginn der Reihe im Jahr 2000 bei 42 cm. Er wurde zweimal erreicht:
- 23. und 24. August 2018
- 14. bis 17. August 2026
Auch in anderen Jahren fiel die Elbe deutlich unter das MNW. Die Jahrestiefstwerte nach den Rohdaten: 50 cm (2015), 49 cm (2019), 52 cm (2022), 49 cm (2023) und 47 cm (2025). Nur in wenigen Jahren seit 2000 blieb der Tiefstwert über 80 cm.
2026: ein Jahr mit wenig Wasser
Die Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) gibt in trockenen Phasen eigene Niedrigwasserberichte heraus. Im Bericht vom 09.07.2026 schreibt sie, die Elbe sei „schon seit längerem und in besonders intensiver Weise“ von Niedrigwasser betroffen. Für den Elbepegel Dresden zeigt der Bericht: Die Wasserführung bewegte sich seit April 2026 am unteren Rand des 20-Prozent-Quantils, teils wurden sogar Abflüsse unter dem bisher niedrigsten Wert für das jeweilige Datum registriert.
Die kumulierte Niederschlagssumme für Mitteleuropa lag laut BfG zu diesem Zeitpunkt zwischen den Werten der Niedrigwasserjahre 2022 und 2003, nur knapp über dem Minimum der Jahre 1993 bis 2022. Im August erreichte der Pegel Dresden dann laut Rohdaten die 42 cm.
Warum Tschechien hilft
Dass die Elbe in Dresden nicht noch tiefer fiel, liegt laut BfG an der Moldau. Im zeitigen Frühjahr 2026 war es gelungen, die große tschechische Talsperre Orlik aufzufüllen. Seit April gab die Moldau-Kaskade, deren größtes Becken Orlik ist, kontinuierlich mehr Wasser ab. Davon profitierte die deutsche obere Elbe – „ohne die Zuschüsse gäbe es hier eine noch geringere Wasserführung“, schreibt die BfG. Flussabwärts lässt diese Wirkung nach.
Dieselben Talsperren spielen auch bei Hochwasser eine Rolle. Im tschechischen Einzugsgebiet der Elbe wurden laut Stadt Dresden seit den 1950er-Jahren Talsperren mit mehr als 2 Milliarden m³ Volumen gebaut. Bei Hochwasser können sie den Scheitel beeinflussen, aber die Fülle einer großen Welle laut Stadt „naturgemäß“ nicht wesentlich reduzieren. Mehr dazu im Beitrag Hochwasser 2013 in Dresden.
Zwischen 21 und 940 Zentimetern
Zwischen dem niedrigsten und dem höchsten Wert am Pegel Dresden liegen mehr als neun Meter: 21 cm in den Sommern 1947 und 1952, 940 cm im August 2002. Auch in kurzer Zeit kann sich die Lage drehen. Im September 2024 stieg die Elbe nach den Rohdaten von 65 cm am 8. September auf 610 cm zehn Tage später. Und 2026 lag der Höchststand im Februar bei 324 cm, im August dann bei 42 cm.
Wo du Niedrigwasser verfolgen kannst
Den aktuellen Wert und die Vorhersage für die nächsten zwei Tage zeigt diese Website auf der Pegelseite. Für längere Zeiträume bietet die BfG eine 6-Wochen-Vorhersage für Rhein und Elbe im Wasserstraßen-Informationsservice ELWIS an. Was Vorhersage und Abschätzung unterscheidet, erklärt der Beitrag Pegel Dresden.
Den Verlauf der letzten Monate findest du im Archiv.
- Letzter Tageshöchststand
- 29.10.202672 cm (103,42 m NHN)
- Zuletzt über Alarmstufe 1 (Richtwert)
- 22.09.2024Alarmstufe 1 (Richtwert), 450 cm (107,20 m NHN)
- Zuletzt Orte betroffen
- 22.09.20242 von 14 Orten (Flutrinne Kaditz, Neustädter Elbwiesen am Königsufer), 450 cm (107,20 m NHN)
- Höchster Wasserstand seit 01.01.2000
- 940 cm (112,10 m NHN)Sa., 17.08.2002, 06:45 Uhr
- Niedrigster Wasserstand seit 01.01.2000
- 42 cm (103,12 m NHN)Do., 23.08.2018, 19:00 Uhr
Aus unserer Chronik seit 01.01.2000. Zum Hochwasser-Archiv
Häufige Fragen
Was ist der niedrigste Pegel der Elbe in Dresden?
Laut PEGELONLINE 21 cm (NNW), gemessen am 12.08.1947 und am 15.08.1952. Seit 2000 lag der tiefste Wert nach den ungeprüften Rohdaten bei 42 cm, im August 2018 und im August 2026.
Ab wann spricht man in Dresden von Niedrigwasser?
Eine feste Grenze gibt es nicht. Ein Anhaltspunkt ist das mittlere Niedrigwasser (MNW) von 67 cm laut PEGELONLINE – liegt der Pegel darunter, ist die Elbe niedriger als an einem durchschnittlichen jährlichen Tiefpunkt.
Wie niedrig war die Elbe 2026 in Dresden?
Nach den ungeprüften Rohdaten von PEGELONLINE fiel der Pegel Dresden vom 14. bis 17. August 2026 auf 42 cm – so tief wie zuletzt im August 2018. Die BfG beschrieb die Elbe im Juli 2026 als besonders stark von Niedrigwasser betroffen.
Warum hilft Tschechien bei Niedrigwasser in Dresden?
Laut BfG gab die Moldau-Kaskade mit der Talsperre Orlik 2026 seit April erhöhte Wassermengen ab. Ohne diese Zuschüsse wäre die Wasserführung der oberen Elbe noch geringer gewesen.
Quellen
- PEGELONLINE – Pegel Dresden (Stammdaten, Kennwerte, Messwerte und Vorhersage)
- BfG – Niedrigwasserbericht vom 09.07.2026 („Wasserstände fallen wieder und bleiben niedrig“)
- Landeshauptstadt Dresden – Umweltbericht 2013: Bericht zum Junihochwasser in Dresden (Stand 04.03.2014)
- BfG – Vorhersagegenauigkeit (Vorhersage und Abschätzung)
Die Darstellung dient der Information. Bei Hochwasser- und Gefahrenlagen gelten die Warnungen und Anweisungen der zuständigen Behörden.

